März 2026: Inselurlaub auf Madeira

Früh ging es los. Der Wecker klingelte um 1:30 Uhr. Inselurlaub auf Madeira stand an. Der Dicke blieb zu Hause – Tanken ist ja aktuell auch keine Freude, erst recht nicht in Zeiten der Irankrise und ständig steigender Dieselpreise. Also ging es auf zum Flughafen nach Hannover. Alles ganz entspannt: Pünktlich um 4 Uhr hob der Flieger ab. Die Flugzeit betrug knapp vier Stunden – noch absolut im Rahmen, auch wenn die Platzverhältnisse für größere Menschen eher grenzwertig sind. Dafür bot der Fensterplatz schöne Impressionen. Vom Flughafen aus ging es dann in etwa 20 Minuten zur Unterkunft für die nächsten Tage: ein kleines, familiäres Hotel direkt in Funchal. Da das Zimmer noch vorbereitet wurde, gingen wir erst einmal frühstücken – sehr lecker. Das Wetter ist in Ordnung: etwa 15 Grad, zwischendurch immer mal wieder ein kleiner Regenschauer. Die Aussichten sind jedoch gut – ab Mittwoch soll es sonnig werden, bei angenehmen 20 Grad.

Unser kleines Hotel liegt mitten in der Altstadt von Funchal – perfekt, um die Stadt direkt vor der Tür zu erleben. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir zu unserem ersten Stadtbummel. In der Altstadt von Funchal ist ein ganz besonderes Kunstprojekt zu Hause: Schon nach wenigen Schritten fallen die bunt bemalten Türen in der Rua de Santa Maria ins Auge, jede ein kleines Kunstwerk für sich. Leuchtende Farben und liebevolle Details erzählen von Alltag, Tradition und dem Meer. Beim Weitergehen entdeckt man immer neue Motive – die schmale Gasse wirkt wie eine kleine Galerie unter freiem Himmel.


Die Altstadt von Funchal auf Madeira besticht durch ihre engen, historischen Gassen– eine lebendige Mischung aus Kultur, Gastronomie und traditionellem Flair. Wir schlendern zur lebhaften Markthalle Mercado dos Lavradores, wo es nach frischem Obst, Blumen und Gewürzen duftet. Anschließend besuchen wir die Igreja de São João Evangelista, deren prachtvolle Innenausstattung beeindruckt. Danach geht es weiter in den Park Santa Catarina, von wo aus sich ein wunderschöner Blick über den Hafen eröffnet. Entlang der Promenade ging es zurück bis zur Festung São Tiago, die in warmem Gelb leuchtet und den perfekten Abschluss unseres Rundgangs bildet. Und das Wetter hat es gut gemeint.

Am Abend zog es uns in eine kleine, landestypische Bar: die Snack Bar Bella 5 – ein echter Glücksgriff. Die Küche war ehrlich, unkompliziert und unglaublich lecker, vor allem der frische Fisch, der direkt auf den Teller kam. Dazu eine herzliche, fast familiäre Atmosphäre. Als wir schließlich zufrieden hinausgingen, bot sich uns ein überraschendes Bild: Draußen hatte sich inzwischen eine Schlange gebildet, und die Gäste warteten geduldig auf einen freien Platz. Ein klarer Geheimtipp, der sich offenbar schnell herumsprich und bestimmt nicht unser letzter Besuch.

Für die kommenden Tage haben wir nun einen kleinen weißen Begleiter – unseren Mietwagen. Perfekt, um die Insel flexibel zu erkunden. Unser erster Ausflug führte uns direkt zu einem spektakulären Ort auf Madeira: dem Skywalk am Cabo Girão, einer der höchsten Steilklippen Europas. Diese Idee hatten allerdings nicht nur wir. Zeitgleich hatte ein Kreuzfahrtschiff angelegt, und busweise wurden Besucher hinaufgebracht. Entsprechend war die Atmosphäre etwas hektisch und weniger idyllisch als erhofft. Der Ausblick auf das Meer, die Küste und die winzigen Felder tief unter uns war dennoch schlicht atemberaubend. Deutlich ruhiger ging es anschließend nur wenige Kilometer weiter an der Seilbahn Cabo Girão Fajãs zu. Wer ein wenig Abenteuerlust mitbringt, kann von hier aus mit der Seilbahn hinunter ans Meer fahren. Diese Fahrt ist ein echtes Highlight: Langsam schwebt man den steilen Hang hinab, stets mit freiem Blick auf die Küste – wirklich beeindruckend! Den Abschluss unseres Tages bildete ein entspannter Spaziergang durch den Hafen von Câmara de Lobos. Zwischen den kleinen, charakteristischen Fischerbooten, den farbenfrohen Häusern und der ruhigen Stimmung ließ sich der Tag perfekt ausklingen. Und das Wetter: sonnig 18 Grad, gefühlt wärmer.

Auf Madeira gehört gutes Essen fest zum Urlaubserlebnis. In kleinen Bistros und Restaurants lässt sich die regionale Küche entspannt entdecken: frischer Fisch, herzhafte Fleischgerichte und typisch madeirensische Spezialitäten wie Espetada (Fleischspieße) oder Espada com banana – ein klassisches Gericht aus schwarzem Degenfisch (Espada), der mit gebratenen Bananen serviert wird – stehen auf den Karten. Auf Madeira ist Kaffee mit Milch ein fester Bestandteil der Kultur, wobei die „Chinesa“ – ein starker Kaffee mit Milch in einem großen Glas – besonders beliebt ist. Dazu genießen Besucher die lokalen Weine oder einen frischen Poncha. Dort gönnten wir uns noch einen Nikita – einen süßen, cremigen Cocktail aus Weißbier, Weißwein, Vanilleeis und Ananas. Sehr lecker. Gerade in den gemütlichen, familiären Lokalen erlebt man die herzliche Gastfreundschaft der Insel und kann den Alltag hinter sich lassen – Essen, Trinken und Kaffee werden so selbst zu einem besonderen Teil des Urlaubs.

Zwischen Wolken, Rum und wilden Küsten: Das Wetter am Morgen war traumhaft, also machten wir uns voller Vorfreude auf den Weg zum Pico do Arieiro, dem dritthöchsten Berg Madeiras. Doch je näher wir unserem Ziel kamen, desto ungemütlicher wurde es. In der Nacht hatte hier offenbar ein Unwetter gewütet: Die Straßen waren übersät mit Ästen, Laub und Schlamm. An einigen Stellen gab es sogar Erdrutsche, die von Bauarbeitern gerade beseitigt wurden. Mit der Zeit zog dichter Nebel auf, bis wir schließlich nur noch wenige Meter weit sehen konnten. An einen Gipfelblick war also nicht zu denken – schweren Herzens mussten wir unser Vorhaben aufgeben. Stattdessen entschieden wir uns, auf die andere Seite der Insel in den Nordosten weiterzufahren, nach Porto da Cruz. Der kleine Ort wirkte ruhig und fast verschlafen, als würde die Zeit hier langsamer vergehen. Doch seine Besonderheiten liegen eher im Verborgenen. Eine davon ist die alte Zuckerrohrfabrik Engenhos do Norte. Sie produziert noch heute nach traditionellen Verfahren aus den 1920er-Jahren. Wir konnten beobachten, wie frisch geerntetes Zuckerrohr angeliefert und mit historischen Maschinen verarbeitet wird – unter anderem zu Zuckerrohrschnaps und Rum, ganz nach ursprünglicher Art. Auch landschaftlich hat die Region einiges zu bieten. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zur Ponta de São Lourenço, einem beeindruckenden Naturdenkmal. Die karge, wilde Landschaft wird von steilen Küstenklippen geprägt. Besonders der Aussichtspunkt Ponta do Rosto bot uns einen atemberaubenden Blick auf den weiten Atlantik. Trotz des verpassten Gipfels war es wieder ein Tag voller intensiver Eindrücke.

Levada – ein typischer Begriff für Madeira. Es sind künstliche Wasserkanäle, die Wasser aus den regenreichen Regionen im Norden in den trockeneren Süden leiten. Heute sind die rund 2.000 km langen Levadas beliebte Wanderwege und ein echtes Highlight für Besucher. Wir entschieden uns bewusst gegen die bekannten, oft überlaufenen Routen und suchten eine ruhigere Levada – mit Erfolg. Fernab vom Trubel waren wir allein unterwegs und konnten die Natur sowie die besondere  Atmosphäre genießen. Nach der Wanderung machten wir noch einen Abstecher in den bezaubernden Fischerort Paúl do Mar, der uns mit seiner entspannten Stimmung und einem schönen Wasserfall überraschte.


Ein Tag zwischen Bergen, Meer und Nebel. Heute führte uns unsere Route durch einige der eindrucksvollsten Landschaften der Insel. Von Funchal ging es in die Serra de Água, ein ruhiges Tal, das von steilen Berghängen umgeben ist. Über eine Passstraße mit vielen tollen Aussichtspunkten ging es weiter in Richtung São Vicente an die raue Nordküste, eingebettet zwischen Bergen und dem Atlantik. Das nächste Ziel war Porto Moniz, bekannt für seine natürlichen Lavapools. Diese werden vom tosenden Atlantik umspült und bilden natürliche Schwimmbecken mit kristallklarem Wasser. Den krönenden Abschluss bildete der Besuch im Fanal-Wald. Dieser uralte Lorbeerwald wirkte wie aus einer anderen Welt. Die knorrigen, moosbedeckten Bäume standen weit verstreut in einer offenen Landschaft, während dichter Nebel zwischen ihren Ästen hindurchzog – magisch. Am Ende des Tages blieb das Gefühl, nicht nur verschiedene Orte gesehen, sondern ganz unterschiedliche Facetten Madeiras erlebt zu haben: Ein toller Tag.


Hinweis: Unser Reisebericht über Madeira befindet sich noch im Aufbau. Schaut gerne bald wieder vorbei, um die vollständigen Eindrücke und Tipps zu entdecken!